Zur Startseite

ALEXANDRA RANNER. HYPERVENTILIRIUM.
Video - Fragmente
Eröffnung: 28.09.2014,18 Uhr

Der Kunstverein Göppingen e.V. lädt am Sonntag, den 28.09.2014, um 18 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung ALEXANDRA RANNER. HYPERVENTILIRIUM in die Kunsthalle Göppingen ein.

Die in Berlin lebende und arbeitende Alexandra Ranner ist dem kunstinteressierten Publikum als Installationskünstlerin bekannt. In großangelegten, gebauten Raumskulpturen konfrontiert die Künstlerin den Betrachter nicht selten mit sich selbst, seinen Vorstellungen und seinen Projektionen in bestimmten Raumsituationen. Zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die Sinnlichkeit und der Illusionismus mit dem sie den Betrachter in ihre Kunst einbindet.
In der Jahresausstellung des Kunstvereins Göppingen bespielt  Alexandra Ranner erstmalig eine Ausstellung einzig mit sechs Video Fragmenten, die zuvor Teil verschiedener Raumskulpturen waren. Gezielt wird in der Kunsthalle Göppingen durch die differierenden Videoprojektionen eine Raumsituation geschaffen, die den Betrachter auf vielfältigen Ebenen erreicht. In unterschiedlichen Formaten, die von Kabinettstückgröße bis lebensgroß variieren, öffnen sich einerseits fenstergleich Blickachsen und bieten Intimes; während andererseits Projektionen nicht nur die Wand als Raum beanspruchen und dabei illusionistische Tiefe suggerieren, sondern mittels Größe, Bewegung und begleitender Tonspur sich eindeutig in den Raum des Betrachters weiten und ausbauen. Ähnlich einem barocken Gesamtkunstwerk wird man von Schönheit und Schrecken ergriffen, kommt wie die Akteure in Ranners Filmen in eine Situation der Anspannung und Bedrängnis. Nicht umsonst ersann Alexandra Ranner das Kunstwort HYPERVENTILIRIUM als Titel für die Ausstellung. HYPERVENTILIRIUM ruft zum einen sofort den medizinischen Begriff des Hyperventilierens, also die durch starke Affekte wie Angst oder Panik ausgelöste beschleunigte Atmung, wie aber auch den medizinischen Begriff des Deliriums, gemeint eine eingeschränkte Wahrnehmung, auf.  Jedoch liegt Ranners Interesse nicht an einer medizinischen Studie, sondern wie schon der Titel impliziert, ist es die Spannung zwischen den Extremen, die absichtsvoll inszeniert wird. Eine Stimmung zwischen Ruhelage und höchster Anspannung, zwischen Konzentration und Wahrnehmungsverlust, zwischen Fröhlichkeit und Brutalität. Eine Gratwanderung, auf die Alexandra Ranner den Besucher schickt, der berührt und getrieben die abgedunkelte Kunsthalle als flimmernde Rauminstallation erleben kann.
Der Ausstellungstitel HYPERVENTILIRIUM unterstreicht in der Neuschöpfung und Künstlichkeit des Wortes, jedoch auch die Möglichkeit der Gleichzeitigkeit der beiden Extreme: der Panik und dem Rauschzustand. Die Möglichkeit des „sowohl als auch“ wird bildhaft in der zentral gesetzten Arbeit einer schwingenden Tür, die egal welche Ausbrüche sich im Raum entladen, sich in einem fort auf und zu bewegt. Das Türschwingen ähnelt dem Ein und Ausatmen und bildet ein stoisches Kontinuum; es ist die stetige Wiederholung des Immergleichen.                                                             
Auf subtile Art löst die permanente Bewegung jedoch diffuses Unbehagen aus, weil eine kausale Erklärung für das Türschwingen ausbleibt. Absichtsvoll bleibt eine klärende Auflösung auch bei den weiteren Videosequenzen aus: In unüberhörbarer Raserei schreit der Protagonist von Silencio Subito (2010) in einem an Stille nicht zu übertreffenden Zimmer in bayrischer Mundart nach Ruhe. Eine Folge von Posen und Handlungen ist zu beobachten, unsicher und unentschieden, ob sich daraus eine Geschichte formen ließe. Auch hier trägt das Video-Fragment eine kreisende Bewegung vor: eine Aktion, die auf der Stelle tritt.                                                      
In der Simultanität der sechs Videofragmente treffen sechs bewegte Bilder aufeinander, die auch formal äußerst intensiviert sind. In den unterschiedlichen Formaten und Farbgebungen legen sich eindrücklich Bilder nieder, die sich als vielfältige skulpturale Satzungen der Bildhauerin Alexandra Ranner entschlüsseln.
Der Kunstverein schätzt sich über die Zusammenarbeit mit Alexandra Ranner überaus glücklich, die zudem am Sonntag, den 19.10.14 um 18 Uhr gemeinsam mit dem Schauspieler Gerson Klumpp einen Vortrag in der Ausstellung über ihre Arbeit halten wird.

Zur Eröffnung der Ausstellung ALEXANDRA RANNER HYPERVENTILIRIUM in der Kunsthalle Göppingen sind am Sonntag, den 28.09.2014 um 18 Uhr alle Interessierten herzlich eingeladen. Grußworte werden von Wolfram Hosch, dem Kulturreferenten der Stadt Göppingen gesprochen, eine Einführung gibt Veronika Adam, die Künstlerische Leitung des Kunstvereins Göppingen. Zum Rahmenprogramm bietet der Kunstverein einen Vortrag mit Alexandra Ranner und Gerson Klumpp am Sonntag, den 19.10.14 um 18 Uhr in der Kunsthalle an, anschließend werden die Jahresgaben präsentiert.

Zu allen Veranstaltungen lädt der Kunstverein herzlich ein, alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

 

Kurzvita
Alexandra Ranner

Alexandra Ranner lebt und arbeitet in Berlin.
Sie war vertreten auf der 49. Biennale
 in Venedig sowie u.a. in den Ausstellungen: International Triennale of Contemporary Art,
Yokohama, Japan, „Outlook”,
International Art Exhibition Athen,
 “Why pictures now?” (MUMOK, Wien), "Interieur/Exterieur-Wohnen in der Kunst", (Kunstmuseum Wolfsburg), "Unsichtbare Schatten – Bilder der Verunsicherung, (Kunstmuseum MARTa Herford), “Lost Places”, (Hamburger Kunsthalle), “Heimsuchung – Unsichere Räume in der Kunst der Gegenwart”, (Kunstmuseum Bonn)

Die Arbeiten wurden ausgezeichnet mit dem
HAP-Grieshaber-Preis der VG-BILD-KUNST, dem Bayrischen Staatspreis Bildender Künste, dem Stipendium der Karl-Schmitt-Rottluff Stiftung.
 Seit 2007 ist sie Professorin für Bildende Kunst im Studiengang Architektur,
Universität der Künste, Berlin

www.alexandra-ranner.com


 

01_Goeppingen

01_Goeppingen

02_Goeppingen

02_Goeppingen

03_Goeppingen

03_Goeppingen

04_Goeppingen

04_Goeppingen

05_Goeppingen

05_Goeppingen

06_Goeppingen

06_Goeppingen

07_Goeppingen

07_Goeppingen

08_Goeppingen

08_Goeppingen

09_Goeppingen

09_Goeppingen

11_Goeppingen

11_Goeppingen

12_Goeppingen

12_Goeppingen

13_Goeppingen

13_Goeppingen

14_Goeppingen

14_Goeppingen

all or nothing 

 

Mehr Infos unter Kunst im öffentlichen Raum