
Jahresausstellung 2026
LEO STAIGLE. MORGENS SCHEITERT MAN AM BESTEN
Der Kunstverein Göppingen e. V. zeigt ab dem 17. Juli 2026 in der Kunsthalle Göppingen seine Jahresausstellung Morgens scheitert man am besten mit Werken des in Tübingen lebenden Künstlers Leo Staigle.
Der Titel der Ausstellung verweist mit feiner Ironie auf einen existenziellen Zustand: auf jenen Augenblick, in dem der Mensch an seine eigenen Grenzen stößt und erkennen muss, dass nicht immer alles gelingen kann. Das Scheitern erscheint dabei nicht als Niederlage, sondern als Moment der Erkenntnis und des Weitermachens. Wie der Künstler selbst formuliert: „Nur die Fehler sind wertvoll, alles, was kein Fehler ist, ist schon bekannt.“ Morgens scheitert man am besten ist zugleich der Titel einer 2022 entstandenen Werkserie kleinformatiger stilisierter Landschaftsdarstellungen. Über einen Zeitraum von etwa einem Monat malte Leo Staigle täglich auf hundert Jahre altem Papier. Das Malen versteht er als bewusste Geste, als Versuch, über die eigenen Kenntnisse hinauszugehen, auf der Suche nach dem Neuen, noch Unerforschten.
Die Malerei von Leo Staigle führt in Bildwelten, die auf den ersten Blick vertraut wirken, bei längerem Hinschauen jedoch Eindeutigkeit verlieren. Durch verschobene Perspektiven und leuchtende definierte Farbflächen entstehen surreale Räume, in denen Fragmente moderner Architektur, florale Elemente, Gebirgslandschaften sowie geometrische Formen und subtile Silhouetten nebeneinander bestehen. Manche Motive lassen sich als Spuren menschlicher Anwesenheit lesen. Innen- und Außenraum sind nicht deutlich voneinander zu trennen und eröffnen Fragen nach Wahrnehmung und Wirklichkeit. Auch die Dimension der Zeit, des Alltäglichen spielt in den Arbeiten von Leo Staigle eine grundlegende Rolle. Werke wie Spätlicht (2022), Verirrungen an einem Dienstagmorgen (2025) oder Eines Freitags flog er los (2026) evozieren mit ihrer besonderen poetischen Sprache innere Welten und traumhafte Atmosphäre.
Leo Staigles Werkschau umfasst großformatige Leinwände aus den Jahren 2020 bis 2026 sowie die neue Werkserie der Lichtblöcke, bestehend aus zehn unterschiedlich großen bemalten Betonsäulen, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Mit ihren fließenden Farbverläufen und kantigen Formen treten diese minimalistischen Objekte in einen unmittelbaren Dialog sowohl mit den Gemälden als auch mit dem realen Raum der „Halle oben“ in der Kunsthalle.
Ausstellungseröffnung
Freitag, 17. Juli 2026 um 19 Uhr
Einladungskarte [PDF]
Grußworte
Johannes Heberle
Erster Bürgermeister der Stadt Göppingen
Dr. Melanie Ardjah
Direktorin Kunsthalle Göppingen
Einführung
Katia Fazio
Künstlerische Leitung Kunstverein Göppingen e.V.
Ausstellungszeitraum
18. Juli bis 20. September 2026
Öffnungszeiten
Di–Fr 13–19 Uhr
Sa, So, Feiertage 11–19 Uhr
Mo geschlossen
Kunstverein Göppingen e.V.
in der Kunsthalle Göppingen
Marstallstraße 55 | 73033 Göppingen
Rahmenprogramm
Gespräch
Do, 10.09.2026, 19 Uhr
Morgen wollen wir nicht scheitern. Ein Blick in die Zukunft mit jungen Kunstschaffenden
Finissage
So, 20.09.2026, 17 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Katalogpräsentation
Die Kunstvermittlung der Kunsthalle Göppingen bietet zur Ausstellung Führungen, Lesungen und Workshops.
Einblicke in die Ausstellung
Kunst und Literatur

Fantastische Bildräume und literarische Antworten
Weite Farblandschaften, ästhetisch, surreal und menschenleer, durchsetzt mit architektonischen Elementen, die wie Fremdkörper wirken: Das sind die Gemälde des Tübinger Künstlers Leo Staigle (* 1991), die in der Jahresausstellung 2026 des Kunstvereins Göppingen zu sehen sind. Ihre Themen und Stimmungen, zwischen Einsamkeit, Hoffnung, Bedrohung und Zukunftsvision, finden sich in ähnlicher Weise auch in Romanen und Gedichten wieder.
Am 30. Juli 2026 griffen Dr. Gerd Kolter und Dr. Kai Bleifuß diese Verbindung bei einer neuen Ausgabe von „Kunst und Literatur“ in der Kunsthalle Göppingen auf. Mit ausgewählten Texten eröffneten sie eigene literarische Perspektiven auf Leo Staigles fantastische Bildräume.
Morgen wollen wir nicht scheitern
Sonderveranstaltung des Kunstvereins Göppingen
Vor vierzig Jahren, genauer gesagt am 10. November 1986, wurde der Kunstverein Göppingen ins Register des Amtsgerichts eingetragen und begann so offiziell zu existieren. Anlässlich des Jubiläums soll dieses Jahr auf besondere Weise in die Zukunft geschaut werden. So wurde für die aktuelle Jahresausstellung in den Räumlichkeiten der Kunsthalle Göppingen explizit ein junger Künstler gefunden – Leo Staigle aus Tübingen, der unter dem Motto „Morgens scheitert man am besten“ großformatige Bilder zwischen Utopie und Dystopie zeigt.
Am Donnerstag, dem 10. September um 19 Uhr wird ergänzend dazu eine Veranstaltung stattfinden, betitelt mit einem trotzigen: „Morgen wollen wir nicht scheitern“. Vier neue Positionen aus der Bildenden Kunst lassen sich an diesem Abend kennenlernen und werden miteinander ins Gespräch kommen. Eingeladen sind Evangelia Ntouni, Damaris Wurster, Clemens Schneider sowie Barbara Karsch-Chaïeb, die Gründerin des Stuttgarter „Projektraums kunst [ ] klima“, in dem die drei Ersteren alle bereits ausgestellt haben. Bei dem Diskussionsabend unter Moderation von Katia Fazio und Dr. Kai Bleifuß soll es um die drängenden Fragen unserer Zeit gehen: Wie steht’s mit dem Überleben der Menschheit? Wie können wir in einer Zeit der Krisen wohnen, arbeiten, kreativ sein? Welche Rolle kommt dabei der Kultur zu? Nicht zuletzt soll es aber auch um die Werke der beteiligten Kunstschaffenden gehen, die dem Publikum in einer bilderreichen Videobeamerpräsentation nahegebracht werden.
Termin: 10. September 2026, 19 Uhr
Ort: Kunsthalle Göppingen
Eintritt: 5 €; für Kunstvereinsmitglieder umsonst

Kurzvita
Leo Staigle (*1991) lebt und arbeitet in Tübingen. Er studierte Industriedesign und Creative Direction an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim sowie Bildhauerei bei Professor Abraham David Christian. Seit 2020 widmet er sich der Malerei. Seine Arbeiten waren bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, u.a. in der Pforzheim Galerie, der Tübinger Galerie Peripherie, in Berlin sowie auf der art Karlsruhe.











